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FotoFotoGestern ereilte dich mitten im Pitch-Rehearsal (fragt einfach nicht) eine Nachricht deines Freundes Oliver. Angehängt war ein Foto auf dem er zu sehen war und ein freundlicher älterer Herr mit einer runden Sonnenbrille im Bademantel. Der Titel des Werkes “Ich & Marius”. Wir kennen keinen Marius, wir kennen einen Mario, aber keinen Marius.

Dann die Erkenntnis: “Westernhagen!” Irritation bei den anderen rehearselnden (ich will nix hören) Kollegen ob deines kleinen Ausbruchs. Dann die Nachricht, dass du mit einem Backstage-Pass bewaffnet durch die Olympiahalle streunen und der wohlfeilen Musik des bekannten Künstlers lauschen darfst. Meetingbeschleuniger reingehauen, eloquent einen Konsens herbei gezwungen und los!

Das Konzert selber begann emotional eher schleppend. Lieder der letzten beiden Platten, die an deiner Lebensbahn weit vorbei gedriftet sind, Erinnerungen an Filme aus den Tagen beginnender Zweistelligkeit gezählter Jahre. Das längste Brusthaar der Welt. Der Blues hat Olli und dich dann auf den Gang raus katapultiert. Eine gepflegte Cola – man ist ja mit dem Auto und so – und auch sonst verlorene Revoluzzerattitüden allenthalben. 1978 kam das legendäre Album von Marius auf den Markt. Das erklärt auch sauber den Altersdurchschnitt und den hohen Anteil sitzender Zuhörer im Konzert. Marius selber wanderte dann durch das Tal halluzinogener Selbsterkenntnis, während du immer mal wieder auf den Gipfeln des Selbstgenusses tanzen wolltest. Euch beide hat das Alter inzwischen eingeholt. Und ein wenig die Weisheit gestreift. Das wurde in dem Moment klar als der mittlerweile 62jährige dürre Mann auf der Bühne ins Mikro schrie: ”Aber geil und laut!!” Das ist schon 32 Jahre her!

Johnny Walker, Marius und du. Jeder auf seine Art gereift. Mit Freiheit aus dem Konzert, eine wohlproportionierte Donnerstimme aus dem Backgroundchor, ein Absackerbier mit Ollie im heimatlichen Wohnzimmer und ein Seufzer kurz vorm Einschlafen. Vorhang.

Oberuhrenfimmel

Sub In den letzten Wochen hattest du immer wieder ungewöhnlich viele Momente für mich. Dabei ist ein lange verdrängtes Verlangen in dir ausgebrochen… aufgeblüht – ein zutiefst männliches. Was dem Weibe der Schuh und die Handtasche, das sei dem Manne seine Armbanduhr.

Mangels Reichtum bleiben dir ewige Schönheiten wie die Sub, eine Daytona, Speedmaster oder auch die technophile Carrera, also klangvolle Brands wie Rolex, Omega und Tag Heuer wohl auf ewig verschlossen. Der Erwerb hübscher chinesischer Kopien lag zumindest Dank eines international orientierten Freundes bei der Lufthansa in greifbarer Nähe, doch letztlich ist die Kopie einer guten Idee ja auch in deinem beruflichen Alltag nicht wirklich gern gelitten.

Was also tun? Unter der frisch erworbenen Billigriege von Zeitscheibenzählern hat es dir eine von der Rolex Sub …sagen wir mal inspirierte Klapperuhr angetan. Eine gelungene Anprobe, quasi. Nur, um die 9.000 Euro für ein antiquiertes schwungradgetriebenes Messgerät scheint dir nach wie vor etwas ungünstig ausbalanciert. Dankenswerterweise haben sich alle großen und kleinen Marken an dieser wunderbaren Uhr gerieben und dann fröhlich behauptet, dass sie ja nun auch ein wenig nach ihnen riechen würde. Jeder kopiert da fröhlich beim anderen und nennt das freundlich Hommage. Dabei scheint bei den FachFans in den einschlägigen Foren der Preis des Inspirationsergebnisses darüber zu entscheiden, wann es sich um eine Kopie und wann um eine Weiterentwicklung handelt. Das hängt aber auch immer mit dem persönlichen Setup des selbsternannten Jurymitglieds zusammen. Die einen feiern eine chinesische Ölf-Euro-Kostenloser-Versand-Kopie bereits als gewitzten Kauf, wenn sie nicht schon kaputt von der Reise um den Erdball in der individualisationsextremen Alten Welt eintrifft, die Anderen verlangen mindestens nach einem zuverlässigen japonesischen Kaliber. Wieder Andere definieren die Untergrenze ihrer Toleranz mit einer steinharten deutschen “Produktion” und die deutlich wohlhabenderen und ihre unvermeidliche Entourage bestimmen die Grenze zwischen Original und Fälschung anhand ihrer antrainierten Markenaffinität und der zur Schau gestellten monetären Potenz. Männer halt.

Warum du das hier so detailliert ausführst?
Das hat gleich zwei Gründe. Der eine ist, dass du selber auf der Suche nach dem  geografischen Meinungsmittelpunkt bist, der Wasserscheide zwischen Peinlichkeit und erkaufter Achtung. Der andere ist, dass du fasziniert davon bist, mit welcher Vehemenz sich in einem Forum für Armbanduhren (!!!) das Dilemma der modernen Gesellschaft ablesen lässt…. Offensichtlich projizieren Menschen beständig ihre Probleme auf gerade verfügbare Themengebiete. Seien dies nun Viehhaltung, Handel mit Mineralien oder eben Zifferblattbeschriftungen. Wie ein altägyptischer Weise es vor mehreren tausend Jahren so treffend niederschrieb: “Wie im Kleinen, so im Großen.”

Wir, lieber FoolCan mögen Beides! Nur eben: Jedes zu meiner Zeit! Und um die korrekt bestimmen zu können bedarf es… richtig: einer Uhr! Irgendeiner. Hauptsache ihr findet sie schön…

Kleine Kinder quälen

Foto Ja, FoolCan, du bekennst dich. Hochöffentlich stellst du dich an den Zeitpranger. Gestern kam unsere neue Uhr aus dem Land der fleißigen Hallenarbeiter. Deine neue Armbanduhr hat dich erreicht. Letzte Woche noch in der ElektroBucht und heute schon an deinem haarigen Arm. “Aber schee isse!”

Wie machen die Menschen das nur? Du bis weniger als 12 Euro inklusive der Verfrachtung nach Europa losgeworden. Für 12 Euro erreicht dich eine Automatikuhr in durchaus attraktiven Design. 10.000 km über den Globus, einmal ohne Beanstandung durchs zentrale Zollamt in FFM und bis vor die Haustür. Die Uhr gibt’s quasi oben drauf! Du hattest schon vermutet, dass sie rückwärts geht – Countdown zum Doomsday oder sowas.  Irgendwer muss doch unter deiner Uhrsucht leiden. Also, außer deiner Gemahlin. Irgendwelche niedlichen Kinder mit großen Kulleraugen und feinmotorisch ausgebildeten Händen? Oder Singlefrauen, die im Land der fies grinsenden Sonne zu Arbeitsdrohnen umdefiniert wurden? Aber nix! Es klebt kein Blut im Glas und das Armband riecht nicht einmal nach dieser typischen Chinabeize, sondern legt sich geschmeidig an die konsumorientierte Haut. Auch nach einem Tag tragen zeigen sich noch keine Ekzeme.

Was ist also zu tun? Wie verhältst du dich richtig?

Genau: Zwei weitere Exemplare sind bereits auf ihrem weiten Weg. Diesmal auch designtechnisch deutlich mutiger in Anlehnung bekannter Uhren

Was dir gefällt ist, dass es im größten Uhrenforum der Republik regelrechte Chinaticker-Hasser gibt. Jetzt überlegst du, wieviel Freude es bereiten wird dort einen enthusiastischen Post über die feinmechanischen Höchstleistungen der Asiaten zu bringen. Aufregen fördert den Blutdruck und reinigt die Herzen. Das ist doch was Gutes.

Jaja. Für alle, die aufschreien “Watt ‘n hässlicher Brummer!” und damit die Uhr meinen: Geschmack ist, wem ’s gefällt!

Double Feature

Es soll ja noch Menschen geben – Angela Merkel zum Beispiel und die gesamte Riege der Christlich Unsozialen Union – die sich in dem irrigen Glauben wähnen, dass Atomstrom billig sei. Und ungefährlich. So lange, bis es kracht. Im Staatshaushalt tut es das ja bereits. während die großen Vier fröhlich Milliardengewinne ausweisen müssen (die Ärmsten), macht der Staat konstant Minus. Und trotzdem verschenken wir als deutsches Volk Milliarden an die Energiewirtschaft. Warum nur???

Die Regierungen von Frankreich und Großbritannien stehen ja kaum unter Verdacht atomfeindlicher Politik. Trotzdem machen dort die Betreiber der AKWs immer wieder pleite. Wenn ich mir dazu ins Gedächtnis rufe, was mit den britischen Bahnen nach der Privatisierung geschehen ist, schlafe ich schlecht. Das selbe, was in Deutschland mit den Strommasten passierte: Nämlich nichts. An der Wartung spart sich so schön, ganz im Sinne der Gewinnmaximierung. Dann doch lieber die leicht entflammbaren Reaktoren aus Deutschland auf Staatskosten noch mindestens 15 Jahre auf Dauerbelastung testen.

Weitere, etwas weniger polemische Infos findet man auf der selbst von  CDU und CSU-Mitgliedern empfohlenen Seite: http://www.fair-news.de/news-133093.html

Immer schön lesen! Frei nach dem Motto "Es gibt zwei Kategorien von Menschen: Die, die sich noch nicht mit Atomenergie auseinander gesetzt haben. Und Atomgegner."

iPhone Booster Endlich mal ein sinnvolles Zubehör. Nach all dem Hickhack um den Deathgrip beim iPhone 4 gibt es endlich eine funktionierende Lösung von VVen Media: Den iPhone 4 Booster®. Mit dieser Erweiterung, die noch nicht von Apple zertifiziert wurde, sind fast ständig alle Empfangsbalken an. Es ist wirklich überraschend. Und eigentlich auch ganz einfach. Lediglich die Antenne in den Slot unten am iPhone einstecken. Dann erscheint eine Meldung, die sagt, dass das kein für das iPhone optimiertes Zubehör ist, trotzdem bestätigen und schon ist der Empfang grandios! So macht das neue Telefon von Apple richtig Spaß! Gut, es ist ein wenig nervig ein zusätzliches Kabel rumschleppen zu müssen, aber ab Januar ist die kabellos Version angekündigt – Booster Air®.

Im Oktober soll das Gerät über den Webshop des Herstellers und über den Elektrofachhandel angeboten werden. Da du, empfangsbereiter FoolCan dein Ansichtsexemplar behalten darfst, gehst du nicht mehr ohne aus dem Haus.

Einen Test mit dem Techniker deines Vertrauens lieferst du nach, sobald dieser aus dem verdienten Urlaub zurück ist.

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Dein Studium hast du ja am wunderschönen Länderdreieck Deutschland, Belgien, Niederlande verbracht und einige spannende Lebensmomente im historisch bedeutsamen Aachen erlebt. Eine Eigenart des grenznahen Wohnens ist das gegenseitige “Aufeinanderherabschauen”. Kennst du das, FoolCan? Da gibt es die “Fritten”, die “Käsköppe” und die “Moffen”. Sehr merkwürdig. Es wird durch Sprache, Küche und vor allem Autokennzeichen Stellung bezogen. Dir als Unbeteiligter sind die Bilder aus Herzogenrath/Kerkrade zum Länderspiel Deutschland: Niederlande von 1990 noch sehr präsent. Das Städtchen zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es dort den besten Imbiss für “Fritt Suurflees” gibt und dass die Haupstraße auf der einen Seite deutsch ist und auf der anderen niederländisch. Lediglich ein zaghafter Bordstein reckt sich grenzbewusst aus dem Asphalt und erinnert den nachdenklichen Imbissbesucher an schwarz/weiß verbrämte braune Tage, die man lieber vergessen möchte als sollte. Die Schlagbäume sind gefallen – viele Vorurteile nicht. Und so standen sich die Fans der Mannschaften brüllend gegenüber, bis es zu den ersten Schlägereien kam. Scheinbar sinkt der IQ der Menschen in der Nähe von Grenzen temporär. Oder liegt es doch am Fußball?

Auch in deiner (immer noch) neuen Wahlheimat Bayern gibt es Grenzen – auf der Landkarte und in den Köpfe. Und auch hier wachsen Vorurteile gut im Schatten der Schlagbäume. So sind die “Ösies” auf bayrischen Autobahnmittelstreifen ungefähr so gerne gesehen wie die “Käsköppe” mit ihren klischeehaften Wohnwagenanhängern in Nordrhein-Westfalen. Die “Piefkes” werden nur unter Protest in Wien geduldet und diese bedanken sich damit, dass sie sich grundsätzlich für was Besseres halten. Das macht insbesondere in der Werbung grenzüberschreitendes Texten fast unmöglich. Mit akribischem Feingespür reagiert der Österreicher auf sprachliche Unterschiede. Sensibelste Detektoren vermelden umgehend tektonische Verwerfungen in Satzbau und Vokabeleinsatz. Im Gegenzug hat es in Deutschland jeder Österreicher schwer, für seinen Zungenschlag Verständnis zu bekommen. Aber auch hier gilt, wie fast immer bei diesen inhaltslosen Auseinandersetzungen: Je weiter Weg von der Grenze, desto weniger Verwerfungen und Irritationen und umso mehr freundliches Interesse gibt es an den Eigen- und Besonderheiten des Anderen. Da ist allerdings der Österreicher naturgemäß etwas im Nachteil, da er sich auf Grund der Landesgröße nie wirklich weit von seinen Grenzen fernhalten kann. (Diese letzte Bemerkung ist selbstredend dem grenznahen Entstehen des Textes zu schulden, und keinesfalls dem vorurteilsfreien Autor dieser Zeilen anzulasten [wär ja auch schön blöd, wo doch die Österreicherdichte in deiner Chefetage eine überproportionale ist]).

Aber bei aller liebevoller Frotzelei und allen nachbarschaftlichen Neckereien haben uns die Österreicher eines aber auch sowas von voraus, dass uns Piefkes aber mal sowas von den Griffel aus der Hand hauen sollte. Was das ist? Schaut auf das beigefügte Foto. Dort ist mein absolutes Lieblingsdenkmal abgebildet. Es steht in Salzburg schräg rechts …äh, nee, natürlich links hinter dem Mozart-Denkmal und erinnert an den österreichische Widerstand gegen die WAA Wackserdorf in den 80ern. Die Bevölkerung unseres bealpten Nachbarstattes hat sich 1978 so erfolgreich gegen den Einsatz von Atomenergie in ihrem Land ausgesprochen, dass Atomenergie in einem Gesetz auf Verfassungs-Niveau verboten ist! Wir beide, Autor und Leser dieses Blogs, ziehen unseren Hut vor einer Nation, der es tatsächlich gelang – entgegen allen wirtschaftlichen Interessen – eine schlichte Wahrheit in Recht zu verwandeln.

Wikipedia sagt hierzu:
Das Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich ist ein österreichisches Verfassungsgesetz, das die Nutzung von Kernkraft zur Energiegewinnung und den Bau entsprechender Anlagen verbietet. <mehr erfahren>

und wir, atomfreier FoolCan sagen dazu:
Glückliches Österreich!

Foto (6) Als Wahlmünchner und Herzenshamburger weißt du, bayrischer FoolCan, dass es mit einem Märchen aufzuräumen gilt: In München ist besseres Wetter als in Hamburg. Da lohnt es sich “LÜGE!” zu rufen. Während sich deine Eltern am Wochenende telefonisch bei mir beschweren, dass sie sich einen Sonnenbrand zugezogen haben, ist das Einzige, das hier in München rot wird die Allianz Arena.

Okay, heute scheint mal die Sonne. Aber man erschrickt schon im ersten Moment.

Foto Weil Silber ist das neue Schwarz.
Und Kombi das neue Limousine.

Bleibt nur noch die Frage ob App das neue Foto ist.