Category: social dingsbums


Da hast du also übermütig und wider besseren Wissens die Mitgliedschaft in einer Community gesucht. Plurk. Fängt schon mal damit an, dass der Begriff laut Leo keine Bedeutung hat. Man könnte das als Omen betrachten. Du warst zwar nur zwei, drei Tage bei Plurk, aber sowas Unnützes ist dir selten über den Weg gelaufen. Am allerschlimmsten sind die Horden an gleichgeschalteten Smileys.

Das geht so: Ein Mitglied („Freund“) sagt „Guten Morgen.“ Und schon antworten alle anderen „Guten Morgen.“ Soweit, so gut und freundlich. Doch dann muss jeder ein winkendes Smiley posten. Dadurch stehen 10, 20, 30 winkende Smileys sinnentleert hinter dem kreativen Antwort-Post. Jetzt darf jeder mal raten, was passiert, wenn jemand „Gute Nacht.“ postet. Ha! Genau! Die selbe willenlose Horde winkender Smileys hält wieder den Monitor besetzt. Kleine sprachliche Experimente bringen immer wieder neue gleichgeschaltete Smiley-Reihen zum Vorschein. Zum Beispiel der Erkennungssatz deutscher Sozialpädagogen: „Ich freu mich.“ fördert unter Garantie eine Reihe hüpfender Smileys zu Tage.

Bei Plurk gibt es dann auch noch tanzende Bananen und kiffende Smileys. Das macht es deiner Meinung nach aber auch nicht besser. Nennt mich arrogant, aber die plurksche Kommunikation ist unfassbar, einfach nicht altersgerecht und der Beleg, dass weniger nicht immer mehr ist! Falls du doch der Meinung sein solltest, dass Plurk zumindest für dich das Richtige ist, die Smileys kannst du bei http://www.free-smiley.info/ downloaden.

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Nachdem mich mich bereits recht leichtfüßig mittels der web 2.0 suicide machine vom meiner Meinung nach völlig überschätztem Twitter losgesagt hatte, fehlte eigentlich nur noch der selbe Schritt auf facebook: Raus in die Freiheit. Oder wie es die suicide machine so hübsch sagt "meet your real neighbours again". Heute war es dann soweit: Ich habe im Kontomenü auf den letzten Befehl gedrückt, die darauf folgende Aufforderung von meinen ca 170 "Freunden" einzeln Abschied zu nehmen Abstand genommen und nach dem Häkchen an die Option "Facebook, schick mir bloß nie wieder ne Mail" Selbstmord begangen. Oder anders ausgedrückt: mich eigenhändig ausgebürgert, aus dem mittlerweile viertgrößten "Staat" der Welt. Die Kontrollen fallen an der Grenze eh recht lasch aus.
 
Nachdem ich als begnadeter Besserwisser dem Prinzip der mäandrierenden Statusmeldungen samt ständige ungefragtem Senfdazugebens so eindeutig verfallen war/bin, ist der Schritt für manche sicher eine Überraschung. Allen voran für mich selber. Ich bin auch wirklich gespannt, wie lange das wohl anhalten wird. Naja, schaun mer mal, wie die hiesigen Eingeborenen zu sagen pflegen.
 
Der Blog soll mich ein wenig ablenken von meinem Verlust.
Vielleicht tröstet er ja auch den einen oder anderen von Euch darüber hinweg.