Sub In den letzten Wochen hattest du immer wieder ungewöhnlich viele Momente für mich. Dabei ist ein lange verdrängtes Verlangen in dir ausgebrochen… aufgeblüht – ein zutiefst männliches. Was dem Weibe der Schuh und die Handtasche, das sei dem Manne seine Armbanduhr.

Mangels Reichtum bleiben dir ewige Schönheiten wie die Sub, eine Daytona, Speedmaster oder auch die technophile Carrera, also klangvolle Brands wie Rolex, Omega und Tag Heuer wohl auf ewig verschlossen. Der Erwerb hübscher chinesischer Kopien lag zumindest Dank eines international orientierten Freundes bei der Lufthansa in greifbarer Nähe, doch letztlich ist die Kopie einer guten Idee ja auch in deinem beruflichen Alltag nicht wirklich gern gelitten.

Was also tun? Unter der frisch erworbenen Billigriege von Zeitscheibenzählern hat es dir eine von der Rolex Sub …sagen wir mal inspirierte Klapperuhr angetan. Eine gelungene Anprobe, quasi. Nur, um die 9.000 Euro für ein antiquiertes schwungradgetriebenes Messgerät scheint dir nach wie vor etwas ungünstig ausbalanciert. Dankenswerterweise haben sich alle großen und kleinen Marken an dieser wunderbaren Uhr gerieben und dann fröhlich behauptet, dass sie ja nun auch ein wenig nach ihnen riechen würde. Jeder kopiert da fröhlich beim anderen und nennt das freundlich Hommage. Dabei scheint bei den FachFans in den einschlägigen Foren der Preis des Inspirationsergebnisses darüber zu entscheiden, wann es sich um eine Kopie und wann um eine Weiterentwicklung handelt. Das hängt aber auch immer mit dem persönlichen Setup des selbsternannten Jurymitglieds zusammen. Die einen feiern eine chinesische Ölf-Euro-Kostenloser-Versand-Kopie bereits als gewitzten Kauf, wenn sie nicht schon kaputt von der Reise um den Erdball in der individualisationsextremen Alten Welt eintrifft, die Anderen verlangen mindestens nach einem zuverlässigen japonesischen Kaliber. Wieder Andere definieren die Untergrenze ihrer Toleranz mit einer steinharten deutschen “Produktion” und die deutlich wohlhabenderen und ihre unvermeidliche Entourage bestimmen die Grenze zwischen Original und Fälschung anhand ihrer antrainierten Markenaffinität und der zur Schau gestellten monetären Potenz. Männer halt.

Warum du das hier so detailliert ausführst?
Das hat gleich zwei Gründe. Der eine ist, dass du selber auf der Suche nach dem  geografischen Meinungsmittelpunkt bist, der Wasserscheide zwischen Peinlichkeit und erkaufter Achtung. Der andere ist, dass du fasziniert davon bist, mit welcher Vehemenz sich in einem Forum für Armbanduhren (!!!) das Dilemma der modernen Gesellschaft ablesen lässt…. Offensichtlich projizieren Menschen beständig ihre Probleme auf gerade verfügbare Themengebiete. Seien dies nun Viehhaltung, Handel mit Mineralien oder eben Zifferblattbeschriftungen. Wie ein altägyptischer Weise es vor mehreren tausend Jahren so treffend niederschrieb: “Wie im Kleinen, so im Großen.”

Wir, lieber FoolCan mögen Beides! Nur eben: Jedes zu meiner Zeit! Und um die korrekt bestimmen zu können bedarf es… richtig: einer Uhr! Irgendeiner. Hauptsache ihr findet sie schön…

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