Guten Morgen FoolCan. Aufgrund der Situation, dass ihr nun doch nicht sofort starten könnt, habt ihr euch entschlossen Mittagessen in der Oyster Bar zu nehmen. Davor hast du ein wenig amerikanische Büroatmosphäre erleben dürfen. Ein halbes Cubicle war deins! Zumindest bis zum Mittagessen. Joel hat sich freundlich angeboten mitzukommen. Macht ja auch Sinn, da er als frischgebackener “Senior Liaison Manager” in eurem Team socializen muss, auf Teufel komm raus. Und wenn es dafür wieder in die Oyster Bar an der Grand Central geht, dann ist Joel eh nicht zu bremsen. Vom letzten Besuch war dir ja klar, dass du unbedingt wieder die New England Clamshell Soup essen wirst. Ein Gedicht aus Sahne, Kohlrabi und Clamshells. Legendär. Die Austern dürfen gerne andere schlürfen, das ist ja nicht so deins. Lecker Backfisch tuts ja auch, bekannt unter seinem britischen Synonym “Fish n Chips”. Mitten beim Essen klingeln unsere Telefone. Wir haben Plätze auf der 16 Uhr Maschine! Also Gabel fallen lassen und los!

Ich hab noch nie so schnell ein Hotelzimmer zusammen gepackt und bin schon ganz neugierig, was ich im Library vergessen habe. Der General Manager hat sich sichtlich schwer damit getan uns so spontan aus dem Hotel zu lassen. Aber wie gesagt, das Hotel ist wirklich gut. Trotz 24h Kündigungsphase hat er uns die kommende Übernachtung nicht mehr in Rechnung gestellt. “This is because I want to see you guys here again.” Du hast ihm versprochen sein Hotel auf deinem Blog positiv zu erwähnen. Das ist hiermit geschehen. Er weiß ja nicht, das du dich hier nur mit dir selber unterhältst.

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Ihr seid mit wehenden Rockschößen ins Taxi gesprungen und mit gemischten Gefühlen zum Flughafen gefahren. Dort war großes Durcheinander. Aufgefallen ist dir, dass die Passagiere am First Class Check in große Schwierigkeiten damit hatten, dass sie Schlange stehen mussten. Alle Neuankömmlinge haben sich wie selbstverständlich vorne angestellt. Schließlich ist man ja First Class! Sehr witzig. Dann gab es noch einige Mathegenies, die sich ausgerechnet haben, dass sie am Business-Schalter schneller dran kämen, obwohl die Schlange dort dreimal so lang war, aber dafür vier Schalter offen waren. Kaum haben sich die Herren warteoptimiert selbst sozial abgestuft, wurde bei der First ein zweiter Schalter geöffnet. Und im Flieger saßen sie dadurch auch nicht weiter vorne oder hinten. Insgesamt erinnerte die Szenerie beim Check In doch arg an einen Katastrophenfilm aus den 80/90ern. Jede Menge unterschiedliche Geschichten standen dort in den Schlangen und drängten darauf, sich unbedingt und möglichst schnell in Deutschland selber zu berichten. Kurzzeitig hast du mit dem Gedanken gespielt die Rolle von dem einen Passagier zu übernehmen, der es sich im letzten Moment anders überlegt hat und als Einziger überlebt. Aber das wolltest du Wolfgang nicht antun. Der sollte ja schließlich auch überleben. Also bist du wagemutig und konsequent in den Flieger gestiegen.

DSC01650Interessant war, dass der Start von einem Hubschrauber begleitet wurde, der Aufnahmen für die Nachrichten gemacht hat.

Ihr seid ganz normal geflogen. Nix mit unter der Aschewolke durchtauchen oder sowas. Einfach nach Frankfurt geflogen und nicht abgestürzt. Trotzdem wurden wir von Filmteams empfangen, die sich auch einzelne Passagiere für Interviews rausgepickt haben. Du fragst dich, was die wohl berichtet haben. Es ist ja nix passiert.

Dann schnell in den Zug gesprungen und nun auf dem Weg nach Hause. Seit mittlerweile 14 Stunden unterwegs, freust du dich auf die Kinder, ein Bad und das eigene Bett. Bis später, FoolCan.

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