Hallo FoolCan.

DSC01453Gestern bist du ja etwas früh aus dem Bett gefallen. Um 5 Uhr 30 gings mit der Kamera in der Hand in Richtung Central Park. Jetzt weißt du ja, in welche Richtung man da nicht laufen sollte. An der Central Station stand ein gewaltiger Kran und blockierte die Durchfahrt, jede Menge Lichter, jede Menge hupende Taxis und schreiende Bauarbeiter. Hat der gemeine New Yorker Angst vor dem Alleinesein oder warum sind hier alle beständig laut? Weiter nach Norden am Chrysler Building vorbei – und ja, das ist dein allerliebster Bau hier in der Stadt. Du bewunderst vor allem die vier mächtigen Adlerköpfe an der Fassade. Und du versuchst bei der Gelegenheit allen davon zu berichten, dass es zwischen den beiden Architekten und Bauherren des Chryslerbuildings und des Empire State einen Wettstreit gab, wer von beiden das höchste Gebäude der Welt baut. Der Architekt vom Chrysler Building hatte sich daher eine Überraschung ausgedacht. Als das Gebäude fertig war und das Empire State ebenfalls, schoben sie die mächtige Metallspitze aus dem Dach heraus und das Chrysler Building war somit das Höchste Gebäude der Welt. Allerdings nur für kurze Zeit, da auf das Empire State die Andockanlage für die Transatlantik-Zeppeline aufgesetzt wurde. Man erzählt sich, dass der Architekt als gebrochener Mann aus der Geschichte ging. Das Gebäude aber ist für dich und viele andere Besucher das deutlich Schönere. 

Weiter gehts auf der Jagd nach Momenten. Die Sonne ging langsam auf und der Himmel verfärbte sich von dunkelblau über wolkiges, schattenloses Grau wieder zu hellblau. Doch hatten die Sonnenstrahlen nicht genug Kraft die Straßenschluchten zu beleuchten. Oben fingen die Fassaden an zu glühen und unten stecktest du in der Nacht fest. Leere Straßen am Sonntagmorgen, nur ein paar wartende Taxen vorm Hilton, ein lustiges Police-Gocart zirkelte über die 6th Avenue und die Penner steckten noch in ihren hochisolierenden Schlafsäcken. Dir war kalt und du beeiltest dich am Applestore vorbei wieder ins Hotel zu kommen.

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Anschließend ging es nach Chinatown: Dumplings essen. Das sind typisch asiatische gefüllte Nudeln. Lecker. Die Dinger gibt es hier überall an der Straße auf die Hand. Der Hotdog der Chinesen quasi. Susann kümmert sich die ganze Zeit rührend um uns und zeigt uns die interessantesten Plätze hier in Chinatown. Sie ist selber Chinesin und so landen wir später in einem Restaurant, in das ich mich normalerweise wohl nie rein getraut hätte. Es machte überhaupt nichts her, ist aber wohl eine der places to be für die New Yorker asiatischer Abstammung. Ganz unprätentiös, aber sehr sehr lecker. FoolCan, du wirst nach dem Aufenthalt in NY vermutlich extra charge for overweight zahlen müssen 😦

Ihr habt im Restaurant Cynthia, eine Bekannte von Susann getroffen. “She knows all the cool places.” Zum Glück kannte sie auch einen Laden, in dem T-Shirts nicht soviel kosten, wie bei dir zuhause Ledermäntel und du konntest mich erst mal wieder mit frischen Sachen ausstatten. Ein Dreierpack T-Shirts, ein Longsleeve und eine Hoodie-Jacket sind jetzt deins. Puh. Und was kam dann? Du bist mit den anderen in einen Massageladen in Chinatown eingefallen. Nacken, Rücken und vor allem Füße wurden dort nach allen Regeln der chinesischen Kunst durchgewalkt. Allerdings sind Susannes Drohungen “They won’t kill you, they’ll break you into pieces.” leere geblieben und du bist sanft entschlummert bei der Massage. Zumindest so lange, bis Mama San wieder einen Punkt auf der Fußsohle bedrückt hat, der in deinem Hirn eine Lampe eingeschaltet hat.

Erholung gab es im “M AR KT”, einer belgische Kneipe auf der Westside. Insbesondere das dort ausgeschenkte Bier “Delirium Tremens” hat neben einer dem Namen entsprechenden Wirkung ein gar lustiges Etikett, zumindest die rosa Elefanten kamen dir seltsam bekannt vor. Das tanzende Krokodil und der Drachen, der auf einer goldenen Kugel balanciert eher weniger. Hier ist dann auch Guido zu euch gestoßen. Nach so vielen Jahren eine echte Freude ihn wohlbehalten wieder zu sehen. Auch bei ihm zeigte das Delirium Tremens die vorhersagbare Wirkung. Zumal Cynthia ständig neue Runden orderte und euch großzügig ihre Portion abtrat.

Abends dann das Zimmer wieder um zwei weitere Tage verlängert. Du freust dich mittlerweile sehr über die Frage an dich als Betroffener wie lange du noch in NY bleibst. “Ah, you guys are stuck because of the vulcano?” “Yeah, thats right.” “So, how long are you gonna stay?” Hast du ne Bedienungsanleitung für Aschewolken raus gegeben, oder warum denken alle, dass du die Antwort weißt?

Im Album sind ein paar Motive dazu gekommen. Enjoy!

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