Da ich vermutlich als Einziger meinem Blog beiwohne, begrüße ich mich hiermit auf das herzlichste.

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Gestern war also die große Präsentation. Im Stammhaus meiner aktuellen Lieblingsagentur. Das Besondere für mich war, dass ihr eine echte Legende der Werbung beigewohnt hat. Ich hatte die einmalige Gelegenheit, vor Lester Wunderman persönlich zu präsentieren. Zuvor hatten wir Lunch zusammen und er hat ein wenig davon erzählt, dass er David Ogilvy gut kannte. Da kann man schon mal beim Zuhören das Atmen vergessen. Leider geht es ihm diese Tage nicht wirklich gut, da er sich eine Rippe gebrochen hat und daher eigentlich nicht lange sitzen konnte. Um so mehr hat es uns gefreut, dass er über eine Stunde mit uns ausgehalten hat. Respekt. Ums kurz zu machen: Unsere Performance war herausragend (wie sollte es auch anders sein) und Lester hat es später wohlwollend mit den Worten “Congratulations. What a powerful presentation.” kommentiert.

Anschließend hatten wir das ungewöhnliche Glück, von unserem amerikanischen Freund Joel in den New Yorker Yale Club eingeladen zu werden. Um hier Mitglied sein zu dürfen, muss man den Abschluss der Yale-Universität in der Tasche haben. Unnötig zu erwähnen, dass Normalsterbliche wie wir eigentlich keinen Zutritt haben. Ich war heilfroh, dass ich meinen Anzug nicht gegen die Jeans eingetauscht hatte, als ich zuvor kurz im Hotelzimmer war. Laut Kleiderordnung hätte ich vermutlich draußen im Regen warten müssen. Wir haben es uns im Presidents Room auf einer alten Ledersitzgruppe aus der Gründerzeit gemütlich gemacht, wurden von einem sehr freundlichen …wie sagt man da wohl richtig… Diener? …umsorgt und durften unseren Scotch vor den Augen der ölgemalten fünf ehemaligen US-Präsidenten des Clubs genießen. Ford, Bush senior und junior, Clinton und ein schnurrbebarteter Herr von etwa 1820, der später auch noch oberster Richter des Landes war. Insgesamt eine beeindruckende Veranstaltung.

Als wir drohten in den gemütlichen Sesseln einzuschlummern ging es zum Abendessen ins Bouley. Da der Cabdriver die Adresse nicht kannte und es wie aus Eimern schüttete sind wir mehr in das Restaurant gespült worden. Ich hatte zwar keine Jeans angezogen, dafür aber den Mantel mitgenommen. Kluges Kerlchen, ich. Die beiden anderen Herren waren bis auf die Haut nass. Das Essen war sehr gut, die Bedienung eine Katastrophe. David, unser Chef de Irgendwas könnte jederzeit in einem urbayrischen Biergarten arbeiten. Dem Manne troff die Arroganz nur so aus den Ohren. So, wie er sich mir gegenüber verhielt, liegt die Vermutung nahe, dass er zudem Gedanken lesen konnte. Ich glaube der Typ hasst mich jetzt. Und ich bin fast sicher, dass er in mein Essen gespuckt hat oder sowas. Und das nur, weil ich mein Fleisch nicht kalt mochte. Macht aber nix, hat trotzdem hervorragend geschmeckt :D.

Nach dem Espresso (der für New Yorker Verhältnisse wirklich gut war) mussten wir nur noch unseren Kollegen wieder aufwecken und sind ins Hotel gefahren. Das kann ich im übrigen nur jedem empfehlen. Es ist das Library Hotel an der Madison Ave. Super Service, sehr freundliche und hilfsbereite Leute und dazu noch als Themenhotel sehr detailverliebt eingerichtet. Und der Frühstücksraum ist wirklich ganz besonders.

Meine lieben Kollegen werden noch eine weitere Nacht hier bleiben, da die Aschewolke weiterhin Europa fest im Griff hat. Ich siedel heute in ein anderes Hotel um und bin mal gespannt, wie das sein wird. Der Plan sieht heute vor: Fotografieren und Regen. 😦

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